Travel Weekend

Norderney – mit allen Sinnen genießen

8. März 2018
Norderney

Die Sonne durchbricht die Wolkendecke und es klart auf. Ich sitze auf der Fähre nach Norderney, trinke einen Kaffee und blättere in dem ausliegenden Infoprospekt über…Juist. Juist? Aufgeregt springe ich auf, renne durch die Gänge, sehe plötzlich nur noch Hinweistafeln für Juist und frage aufgeregt einen älteren Herren ob denn diese Fähre nicht nach Norderney gehe. Er sieht mich ruhig an, räuspert sich und erwidert: das werden wir dann sehen.

Ja das werden wir dann sehen. Ich setze mich wieder an meinen Fensterplatz, sehe aufs offene Meer und werde augenblicklich ruhig. Während ich noch den Infoprospekt über Juist durchblättere, sehe ich eben jene Insel an mir vorbeiziehen und die Fähre Richtung Norderney zusteuern.

Der ältere Herr kommt vorbeigelaufen, klopft auf meinen Tisch und lacht verschmitzt: Haben wir nochmal Glück gehabt, na?

Norderney hat zwei Seiten – die ruhige, entspannte Insel im Winter und die hektische, pulsierende in den Sommermonaten. Ich entscheide mich für die Winterinsel und ihre Einsamkeit. Aber auch diese Einsamkeit und Ruhe suchen in den Wintermonaten viele Menschen. Mit mir werden hunderte Ruhesuchende von der Fähre auf die Insel ausgespuckt und machen sich auf den Weg zu ihren Unterkünften.

Es ist ein ungewöhnlich schöner Wintertag. Sonnig, fast warm, windstill – und so mache ich mich zu Fuss auf den Weg in meine Unterkunft – dem Inselloft Norderney.

Dort stelle ich erstmal meine Tasche ab und laufe sofort zum Strand. So ein Tag muss ausgenutzt werden. Ich wandere immer an der Wasserlinie entlang, bis ich kaum mehr Menschen treffe.

Norderney

Plötzlich fängt es aus dem Nichts an zu regnen und über mir spannt sich der schönste Regenbogen den ich seit langem gesehen habe. Ob am Ende des Regenbogens ein Topf Gold auf mich wartet? Das nicht, aber die Weisse Düne kommt in Sicht. Ein gemütliches Strandrestaurant mit einer fantastischen Karte, die selbst auf dem Festland seinesgleichen sucht. Ich flüchte vor dem Regen in die wärmende Kaminbar, bestelle erst mal ein Glas Grauburgunder und lasse das prasselnde Feuer auf mich wirken, während draussen der Regen tobt.

So schnell wie der Regen gekommen ist, so ist er auch wieder verschwunden. Schnell begebe ich mich zur Haltestelle des Inselbuses, der im Winter nur einige Male am Tag fährt.  Gemütlich fahre ich durch wunderschöne Dünenlandschaften zurück in die Stadt.

Im Inselloft Norderney werde ich bereits erwartet und bekomme direkt eine kleine Führung durch das Hotel. Im Wohnzimmer des Inselloft prasselt bereits ein wärmendes Feuer im Kamin. Schaukelstühle und grosse Sofalandschaften laden zum entspannen ein. Getränke wie Tee, aber auch großartige Weine kann sich jeder Gast nach Belieben nehmen.

Nebenan verführt die hoteleigene Bäckerei mit duftenden Baguettes und selbstgemachten Milchreis nicht nur Hotelgäste.

Ein  Designshop lädt zum Stöbern ein – hier findet jeder ein Mitbringsel oder ein kleines Geschenk für sich selbst.

Das Zimmer selbst erwartet mich mit Meerblick, frisch gebackenem Baguette aus der Bäckerei, gesalzener Butter und einer großen Teeauswahl. So wird man gerne nach einem ausgedehnten Strandspaziergang erwartet.

Bevor ich mich zum Abendessen ins Restaurant Esszimmer begebe, schlüpfe ich noch in den Bademantel und entspanne noch etwas in der wunderschönen Sauna des Hotels.

Ich schlafe tief und fest und am nächsten Morgen wecken Möwen und Wellen mich sanft auf. Nebel liegt über der Insel – trotzdem möchte ich meinen Plan treu bleiben und ein Fahrrad mieten um die Insel zu erkunden.

Nach dem Frühstück begebe ich mich zur Rezeption um eines der hoteleigenen Fahrräder zu mieten. Und dann gehts los: Immer die Küste entlang, durch die Dünen, an knorrigen Bäumen und vielen Kaninchen vorbei – bis Hotels und Stadt in weite Ferne rücken. Immer weiter radel ich durch die nebelige Landschaft, grüße Fasane und Pferde und bestaune immer wieder die weitläufigen Salzwiesen.

Norderney

Am Parkplatz Ostheller lasse ich mein Fahrrad stehen und wandere zum östlichsten Ende von Norderney. Schmale Wasserläufer ziehen sich durch die Landschaft und immer wieder türmen sich hohe Dünen auf, die den Blick aufs Meer freigeben. Bald gehe ich zum Fahrrad zurück – zu unberechenbar das Wetter, zu eisig der Wind der langsam auffrischt. Auch die Vorfreude auf einen Termin im Badehaus lassen mich zügig die Heimreise antreten.

Um es vorweg zu nehmen: Ich war noch nie so begeistert von einer Therme wie von dem Badehaus Norderney. Im Badebereich gibt es mehrere Salzwasserbecken für jeden Geschmack. Vom klassischen Floating bis hin zu abgetrennten Kabinen mit Wasserliegen. Am besten haben mir die Wasserfallduschen aus 6 Meter Fallhöhe und das Feuerbad mit einer Wassertemperatur von 42 Grad mit Blick in die sternenklare Nacht gefallen.  Das Badehaus ist zeitgleich auch Europas größtes Thalasso Haus und bietet ein umfangreiches Angebot an Schlickanwendungen, Massagen und Packungen in Schwebeliegen an.

Entspannt und wohlig warm lasse ich den Tag bei Hausmanns Kost&Deli ausklingen. Ein kleiner und feiner Delikatessenladen, der neben Feinkost auch kreative Küche und einen liebevollen Service anbietet. Christian Hausmann hat den Laden vor einigen Jahren mit seiner Frau eröffnet. Im Hotel Altantic in Hamburg hat er seine Kochausbildung absolviert, arbeitete in der Musikbranche bis er mit seiner Frau wieder zurück in die Heimat – auf die Insel Norderney zog.
Seither bekommen Inselgäste und Einheimische innovative Burgerkreationen, Currys und kreative Pastagerichte serviert.

Was auf vielen Inseln Deutschlands noch fehlt, hat sich in Norderney bereits gut etabliert: Ambitionierte,  handwerklich Manufakturen und Restaurants, die auf hohe Qualität und einen entspannten Umgang mit den Gästen setzen. Dazu zählt auch das Norderneyer Brauhaus, die neben den beiden Stammsorten Pils und Weizen auch immer wieder saisonale Spezialitäten wie Norderneyer Bock brauen.

Nach zwei wunderschönen, abwechslungreichen Tagen auf Norderney, steige ich mit viel Wehmut in die Fähre, winke ein letztes Mal den Kegelrobben und schwöre: Nächsten Winter komme ich wieder!

Norderney

 

Anfahrt: Die Fähre nach Norderney legt Norddeich/Mole ab. Die Bahn fährt bis direkt zum Fähranleger. Wer mit dem Auto kommt, findet einen großen Parkplatz 2 Gehminuten vom Fähranleger entfernt.

Unterkunft: Das Designhotel Inselloft liegt in zweiter Strandreihe, keine 100 Meter vom Meer entfernt.  Das Hotel Seesteg besticht mit Pool auf dem Dach und einem Restaurant mit Michelin-Stern. Auch im Badehaus kann man sich Zimmer mieten – dann ist es von der Massage nicht mehr weit ins Bett.

Restaurants: Hausmann Kost&Deli – unkomplizierte, innovative Küche mit nettem Service.
In der Milchbar wird großartiger Milchreis und wunderschöne Sonnenuntergänge serviert. Im Brauhaus Norderney schmeckt nicht nur das Bier, sondern auch die belegten Stullen. Das Esszimmer besticht durch regionale 3 Gänge Menüs und eine feine Auswahl an Weinen.

 

Ich danke dem Inselloft Norderney sowie dem Bade:haus für die Einladung und die wunderbare Gastfreundschaft. Diese Tatsache hat jedoch keinen Einfluss auf meine persönliche Meinung und Empfehlungen.

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3 Kommentare

  • Reply Michael 9. März 2018 at 11:54

    Ganz toller Bericht. Die Locations kenne ich auch und bin auch immer im Inselloft zu Gast und auch alle anderen Locations werden von mir bei meinen Aufenthalten besucht. Bin quasi mit der Insel von klein auf groß geworden.

    Viele Grüße
    Michael

    • Herr Lagerfell
      Reply Herr Lagerfell 16. März 2018 at 14:42

      Danke lieber Michael! Das freut mich, dass ich quasi Deine Lieblingslocations erwischt habe 🙂

  • Reply Julie 27. März 2018 at 7:27

    Was für ein schöner Bericht! Da möchte ich auch gleich wieder in den Norden. War erst ein Mal an der Nordsee und zwar auf Amrum und das war auch traumhaft schön.
    Vielen Dank für die tollen Eindrücke!
    Liebe Grüße
    Julie

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