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Orta San Giulio – Italien wie aus einem Film

19. März 2017

„Wissen Sie wo ich wirklich gerne mal hin würde? – an die oberitalienischen Seen. Dort wohnt bestimmt die Hälfte meiner Verwandtschaft. Cousin Gatto Alfredo, Gevatter Gatto Carruso, Großtante Gatta Frederica, …“ Während Herr Lagerfell weiter seine breitgefächerte Verwandtschaft aufzählte, erinnerte ich mich an meine letzte Reise an die oberitalienische Seen:
Wir waren alle Seen abgefahren, vom Gardasee zum Comer See bis hin zum Lago Maggiore aber nirgendwo war der Funke so richtig übergesprungen. Erst an einem der letzten Tage unserer Reise besuchten wir den Lago d’Orta – und kommen nun seit  5 Jahren jedes Jahr wieder nach Orta San Giulio.

Der Ortasee ist der westlichste  und der kleinste der oberitalienischen Seen und liegt etwa eine Autostunde von Mailand entfernt, im wunderschönen Piemont. Um den See befinden sich viele hübsche Städtchen, besonders ans Herz lege ich Ihnen den Hauptort Orta San Giulio, dessen Innenstadt autofrei ist. In der Mitte des Sees befindet sich die Isola San Giulio, eine Insel der Ruhe, die ein Kloster beheimatet und wunderbar zum Spazierengehen geeignet ist (Rundweg, etwa 30 Minuten).
Aber zurück zu Orta San Giulio. Auf dem Weg Richtung Orta San Giulio lässt man die öffentlichen Parkplätze links liegen und fährt bis man die ortsansässige Tiefgarage erblickt. Dort lässt man das Auto stehen und steigt hinab in das mittelalterliche Städtchen. Wenn man in Orta San Giulio übernachtet, bekommt man von seinen Gastgebern eine Parkkarte, die kostenfreies Parken ermöglicht.

Orta San Giulio liegt auf einer Halbinsel, weswegen sich die Stadt immer am Ufer entlang umrunden lässt. Hier gibt es auch die besten Bademöglichkeiten weit und breit: Bootsstege auf denen man ganze Tage verbringen und zur Abkühlung ins glasklare Wasser springen kann. Morgens, wenn die anderen Touristen noch ihr Frühstück einnehmen, packt man sich am besten Tramezzini ein und begibt sich zu einem dieser Stege. Morgens teilt man sich den See nur mit ein paar Fischern.

Wenn es Ihnen dann doch zu heiß wird, empfehle ich als Abkühlung ein cremiges Pistacchio und Limone Eis oder ein unglaublich zitroniges hausgemachtes Stieleis bei „Arte del Gelato“ (Via Olina 30). Abends lässt sich der Tag mit einer Flasche Rosé und grandiosem Sonnenuntergang über den Bergen auf dem Steg am schönsten ausklingen. Für einen Tagesausflug empfiehlt sich eine Tageskarte für die Fähren (aufgepasst!NICHT die teuren kleinen Motorboote), um sich über den See schippern zu lassen. Als erste Station könnte man die Isola di Giulio ansteuern, um die Ruhe der Insel auf sich wirken zu lassen. Weiter geht es nach Pella, gegenüber von Orta San Giulio, wo es in der Gelateria Antica Torre ausgefallene Sorten wie Veilcheneis gibt.

Supermärkte gibt es in Orta San Giulio nicht, aber einige Delikatessenläden. Der bestsortierte wäre der Laden auf der Piazza Motta. Dafür gibt es viele recht gute Restaurants in dem Ort: Eine kleine Wanderung wert (Taschenlampe nicht vergessen), ist der Agriturimo „Il Cucchiaio di Legno“. Punkt 20 Uhr gibt es ein festgelegtes Menü mit qualitativ hochwertigen und regionalen Zutaten für 28.- Euro. Im Vorfeld informiert sich Maria Piera, die Inhaberin des Agriturismo, bei Ihnen über Allergien und Unverträglichkeiten. Auch vegetarisch und vegan ist kein Problem.

Sehr gut speist man auch im „Al Boeuc“ – ein uriges Weinlokal in einer kleinen Nebenstrasse des Ortes. Man sitzt ab vom Touristenstrom an kleinen Tischen im Schatten und geniesst vorzügliche regionale Köstlichkeiten. Probieren Sie unbedingt Bagna Cauda – eine Spezialität aus dem Piemont. Es handelt sich um ein Art Fondue, in das verschiedenstes Gemüse gestippt wird.
Den Aperitivo lässt es sich gemütlich in der „Enoteca RE DI Coppe“ an der Piazza Motta einnehmen. Hier lässt es sich besonders gut Menschen beobachten, die Wein und Aperitivoauswahl ist hervorragend und die Käseplatte vorzüglich.

Wenn Ihnen der Sinn nach guter Pizza steht, besuchen Sie die Pizzeria La Campana (Via Giovanetti 43). Lassen Sie sich nicht von der zweckmässigen Atmosphäre abschrecken – die Pizzen werden mit Amore gemacht.
Wunderschön, leider nicht ganz günstig, lässt es sich im „B&B Al Dom“ übernachten. Preiswerter lässt es sich im „Piccolo Hotel Olina“ nächtigen – die Zimmer des Hotels sind im ganzen Ort verstreut und haben oft Meerblick. Das angebotene Frühstück ist für italienische Verhältnisse sehr großzügig. Einige Airbnb Unterkünfte findet man ebenfalls in der Stadt – hier heisst es jedoch: früh buchen – sie sind gerade in den Sommermonaten sehr schnell ausgebucht.
Viel Spass in Orta San Giulio und denken Sie kurz an mich, wenn Sie vom Steg in das kristallklare Wasser springen!

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