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Roadtrip durch Portugal: Costa da Caparica bis Sesimbra

11. Mai 2017
Roadtrip Portugal

Des öfteren erzählte mir Herr Lagerfell von seiner Verwandtschaft im Alentejo. Eine Region in Portugal in der nur 5% aller Portugiesen wohnen. Es hörte sich von Mal zu Mal wunderbarer an. Er erzählte von den Korkeichen, den Reisfeldern und den Salinen. Von den vielen Störchen der Region, den einsamen Buchten und hilfsbereiten Menschen. Dem wunderbaren Essen, den sonnengegerbten Gesichtern und den Fischerpfaden entlang der Küste. Mein Fernweh wuchs ins Unermessliche bis ich schlußendlich ein Ticket nach Portugal kaufte.

Begleiten Sie mich auf unserer Reise mit dem Campervan entlang der Küste Richtung Alentejo:

Wir kommen am Nachmittag in Lissabon an und werden von António vom Flughafen abgeholt. Er bringt uns zu unserem Heim für die nächsten sieben Tage: unseren Campervan.

Nachdem wir unseren Bus übernommen haben, ist es bereits früher Abend und wir beschliessen nach einem Stop im lokalen Supermarkt unser erstes Ziel anzusteuern. Die Costa da Caparica. Im Norden des Strandes reiht sich ein Strandrestaurant an das nächste, aber je weiter südlicher man fährt desto ruhiger und ursprünglicher wird die Küste.

Wir nähern uns langsam dem Lago de Albufeira und unserem Endziel für diesen Tag: In der Bar do Peixe gibt es fangfrischen Fisch und eine grossartige Aussicht über den menschenleeren Strand. Als wir dort sind, kommen gerade die letzten Fischer vom Meer, bringen ihren Fang zum Restaurant und der Grill wird entzündet. Der dortige Parkplatz eignet sich sicherlich zum übernachten, wir entscheiden uns jedoch etwas einsamer zu stehen. Unser Platz für die Nacht ist nur 200 Meter vom Restaurant entfernt – lässt sich jedoch nur über einen Umweg von mehreren Kilometern mit dem Bus erreichen.

Hier stehen wir mit unserem Campervan, zuerst noch in Nachbarschaft zu anderen Reisemobilen, später alleine. Inmitten in einer Landschaft, die an eine Savanne erinnert. Hoch über den Klippen, in den Ohren das Rauschen des Meeres, das uns die ganze Reise begleiten wird. In Portugal ist frei stehen und wild campen verboten, aber gerade in der Nebensaison bleibt man relativ unbehelligt, wenn man sich nicht auffällig benimmt und den Platz am besten sauberer als vorher hinterlässt. Bei ausdrücklichen Hinweisen, dass Campen und Übernachten verboten ist, sollte man sich tunlichst auch daran halten.
Am nächsten Tag werden wir von Regentropfen und einem fantastischen Sonnenaufgang geweckt. Ich springe aus dem Bus und mache eine erste Morgenwanderung am Strand entlang. Niemand außer mir ist unterwegs. Draußen am Meer grollt der Donner. Nach einem ersten Kaffee fahren wir weiter ins nahegelegene Sesimbra.

Sesimbra liegt direkt am Meer und ist eines der schönsten Dörfer Portugals. Das Fischerdorf ist berühmt für frischen Fisch und Meeresfrüchte, die in den Marisqueiras (Restaurants) serviert werden. Sesimbra gilt als eines der Lieblingsurlaubsziele der Portugiesen und die „Lisboetas“ lieben es ihren Sonntagsausflug hierhin zu unternehmen. Sehr gut haben wir in der „Marisqeuira Modesto“ gegessen. Unbedingt früh hingehen oder reservieren – am Wochenende bilden sich lange Schlagen vor dem Lokal. Die „Ameujoas com coentros“ – Venusmuscheln mit Koriander –  waren mit Abstand, die besten der ganzen Reise. Der hauseigene Vinho Verde kommt direkt aus der Zapfanlage, war perfekt temperiert und ergänzte die Aromen unseres Mittagessens einfach perfekt. Der Name Vinho Verde bezieht sich nicht auf die Farbe des Weines, sondern auf das grüne Anbaugebiet – den Norden Portugals – der auch Minho genannt wird und auf die Tatsache, dass es sich um einen jungen, frischen Wein handelt.


Nach dem Essen besichtigen wir die Stadt. Sesimbra hat einen wunderbaren weissen Stadtstrand, die Bucht ist absolut flach und Mutige stürzen sich bereits im April in die türkisen Fluten.

Es macht einfach Spass, sich durch die Strassen und Gassen von Sesimbra treiben zu lassen. Wunderschöne Kacheln  und eine große Vielfalt an Streetart gibt es an jeder Ecke zu bestaunen. Kleine Läden offerieren lokale Erzeugnisse und eine Markthalle lässt uns unsere Vorräte aufstocken.

Ich hoffe Ihnen hat der erste Teil unseres Roadtrips gefallen und ich konnte Sie ein wenig für das kleine Fischerdorf mit den großen Gegensätzen begeistern.

 

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11 Kommentare

  • Reply Sarah Maria 30. Mai 2017 at 21:14

    Das klingt wirklich toll. 🙂
    Besonders das morgentliche Aufstehen gepaart mit einem Spaziergang am menschenleeren Strand.

    Liebe Grüße zur dir,
    Sarah

    • Herr Lagerfell
      Reply Herr Lagerfell 5. Juni 2017 at 19:01

      Es ist auch wirklich sehr toll und empfehlenswert.

  • Reply Tanja 25. Juni 2017 at 22:54

    Das hört sich nach einer sehr schönen Route an. Portugal an sich ist so oder so schon klasse.
    Auf diese Art, also mit Campervan, in Landschaft und Kultur einzutauchen ist sicherlich ganz toll.
    Bin gespannt, wie die Reise weitergeht… 🙂

    Viele Grüße,
    Tanja

  • Reply Susanne 27. Juni 2017 at 19:59

    Alentejo so gute Erinnerungen!

  • Reply swantje 21. August 2017 at 12:26

    Hallo,
    das hört sich sich wirklich toll an. Wo habt ihr den Euren Camper gemietet?

    Danke und Gruß
    Swantje

  • Reply Roadtrip Portugal: von Sesimbra bis zur Lagao de Santo André 22. Oktober 2017 at 16:24

    […] verlassen die hübsche Stadt Sesimbra mit ihren außerordentlichen guten Restaurants und wunderschönen Häusern und fahren immer die […]

  • Reply Süßkartoffeln mit Feigencreme, frittierten Kapern und Walnüssen 26. Oktober 2017 at 13:21

    […] April diesen Jahres, als Herr Lagerfell von seiner Verwandtschaft im Alentejo erzählte, kaufte ich mir sofort ein Ticket nach Portugal um diesen außergewöhnlichen Landstrich zu […]

  • Reply Ilse Thomele in Zambonini 18. März 2018 at 15:48

    Leider hat sich eure Reisebeschreibung nicht mit der Wirklichkeit gedeckt… Sesimbra ist doch kein Dorf – und schon gar kein idyllisches Fischerdorf. Oder waren wir da im falschen Sesimbra? Was Troia betrifft, haben wir zwar links und rechts die Dünen gesehen (mit Blick auf die Industrieanlagen von Setubal), aber du hast nicht erwähnt, dass dieses Ökoparadies mit einer der scheußlichsten Hotel- und Ferienanlage bebaut ist, die ich je irgendwo gesehen habe. Ich war echt enttäuscht.

    • Herr Lagerfell
      Reply Herr Lagerfell 18. März 2018 at 18:15

      Hallo Ilse, das tut mir sehr leid, dass es euch nicht gefallen hat. Wir waren bereits dreimal in Sesimbra und fanden es als Auftakt in die Fahrt ins Alentejo jedesmal sehr schön. Die wunderschönen Kacheln an den Häusern, der blütenweisse Strand und die grandiosen Fischlokale haben uns immer sofort in Urlaubsstimmung versetzt. Die Fotos im Reisebericht deckeln sich 1:1 mit unseren Erfahrungen vor Ort. Wann wart ihr denn dort? Man muss dazu sagen, dass wir immer in der Nebensaison unterwegs waren, d.h. ich kann nicht sagen wie es in der Hauptreisezeit dort ist. Genauso Troia. Du hast natürlich recht, dass sich dort eine Hotelanlage befindet – jedoch wenn man nach rechts fährt und hier endet ja die Strasse relativ bald. Richtung Comporta befindet sich jedoch unberührte Natur und blütenweisse Strände. Tróia ist eine Halbinsel in Portugal und erstreckt sich vom Ort Comporta bis zum Fähranleger für die Überfahrt nach Setúbal. Der größte Teil der Halbinsel und seiner Dünen gehört zum Naturschutzgebiet, leider befinden sich auf einem kleinen Teil eben jene Hotelanlage, aber da ist man ja schnell durch (und in der Nebensainson war kein einziger Mensch dort zu sehen oder auf der Strasse). Tut mir sehr leid, dass es Dir nicht gefallen hat, ich hoffe Ihr habt trotzdem noch tolle Ecken für euch gefunden.

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